| Management number | 222070029 | Release Date | 2026/05/04 | List Price | US$90.00 | Model Number | 222070029 | ||
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Im Hollywood-Film der 30er Jahre streiten Mann und Frau auf Augenhöhe. Der moderne Geschlechterkampf führt Männer düpiert ins Finale. Blitzgescheite Sirenen stehen dominant im Happy End. Besonders degradiert und vorgeführt werden Männer in Filmen des Studios Paramount, der frechsten und schamlosesten Filmfabrik der Vorkriegszeit. Diese Betrachtung zeigt am Beispiel der Paramount-Filme mit Marlene Dietrich, wie Produzenten und Regisseure Sabotage am gesellschaftlichen Grundkonsens verübten und reiht ihr Werk ein in die Gesamtproduktion des Studios der 1930er Jahre, das mit gehobener Unterhaltung das Publikum zu provozieren suchte. Paramount war der europäischste Filmkonzern der USA, produzierte zielgerichtet auch für den Kinomarkt Europas, verwertete weit mehr europäische Stoffe als die Konkurrenz, unterhielt eigene Studios und Vertriebsnetze in Europa, beschäftigte aus diesem Grunde auch weit mehr Europäer. Marlene Dietrich war von 1930 an Paramounts Topp-Star für Europa. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise reglementierten nahezu alle Staaten Europas ihren Kinomarkt zum Schutz der eigenen Unternehmen zunehmend durch protektionistische Maßnahmen und sperrten amerikanische Filme auch durch relativ willkürliche Zensurvorgaben aus. Bei Paramount kam es zum Richtungsstreit über den Umgang mit den Auslandsmärkten, zu einer anhaltenden Führungskrise und die Verantwortlichen wechselten über Jahre rasch. Die Produzenten Ernst Lubitsch, Benjamin Percifal Schulberg und auch Regisseur Josef von Sternberg mussten Paramount schließlich verlassen. Der seit 1936 amtierende Präsident Barney Balaban, sowie der 1938 berufene Produktions-Chef Young Frank Freeman amerikanisierten Paramount fort an, nahmen weitgehend den Geschmack der US-Kinogänger und die Interessen der US-Kino-Unternehmer in das Blickfeld und stuften europäische Stoffe sowie den Vertrieb in Europa schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg in der Priorität deutlich zurück. Witz und Verve, die intellektuell hintergründig ironisch bis sarkastisch geprägte gehobene Unterhaltung zum modernen Verhältnis von Mann und Frau verschwand zugunsten einer moralisch klar definierten Trennlinie, die Akzeptanz auch vor konservativen Kino-Besuchern finden konnte. Die Jahresproduktion schrumpfte stark, die B-Movie-Produktion wurde eingestellt. Mit deutlich weniger aber weit aufwendigeren Produktionen sprach Paramount zunehmend mehr das männliche Publikum mit Action und Abenteuer an und steigerte damit deutlich Umsatz und Gewinn. Der "Frauenfilm", der sich vorrangig an Kinogängerinnen und Paare gerichtet hatte, verlor an Bedeutung. Paramount, bisher Spezialist für geistreiche zweideutige Salonkomödien, verlegte sich auf aktionsreiche Spektakel und amerikanische Sujets. Die Verträge der teuersten Stars, die durchweg amoralische Frauen verkörpert hatten, wurden nicht mehr erneuert. Für Marlene Dietrich und Mae West, beide Prototypen des personifizierten Tabu-Bruchs, gab es unter Young Frank Freeman keine Verwendung mehr. Aber auch Carole Lombard, Paramounts Star für Screwball-Komödien der amerikanischen Gegenwartsgesellschaft, verließ das Studio. Paramounts neuer Kassenmagnet wurde schließlich die Komödiantin Betty Hutton, die in Europa weitgehend unbekannt bleiben sollte. Erst in den 50er Jahren wandte sich Paramount mit Audrey Hepburn wieder gezielt dem Publikum Europas zu, jedoch kehrte das Studio auch mit ihr nie wieder zu der frivolen und zeitlos liberalen Lässigkeit der 30er Jahre zurück, sondern konservierte bis zum Ende des Studio-Systems ein Rollenkonzept von spießbürgerlicher Biederkeit, das es vor Balaban und Freeman nicht gegeben hatte. Spielfilm erweist sich als sozialhistorisch bedeutsame Quelle zur Einordnung langfristig wirkender Prozesse. Read more
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| Language | German |
| File size | 2.5 MB |
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| Print length | 324 pages |
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| Publication date | November 27, 2021 |
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